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Wahrnehmung bedeutet etwas für wahr halten

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1. März 2016 von Sydney Polart ©

‚Die Sachen sind, wie sie sind‘, sagen die einen‘, unveränderlich, doch ‚die Sachen sind, wie man sie wahrnimmt‘, sage ich. Denn die, die sagen, dass die Sachen sind, wie sie sind, sagen, dass sie so, wie sie sind, unabhängig vom Betrachter sind, doch vergessen dabei, oder übersehen vielmehr, dass sie als betrachtende Subjekte den Objekten durch ihre Aussage über sie gerade zuschreiben, wie sie sind, also so zu sein, wie sie sind, das heißt so zu sein, wie sie ihnen erscheinen, wie sie die Dinge wahrnehmen, dass sie sind, und dann sagen, dass sie so sind, wie sie sind, obwohl sie doch nur von ihrer Wahrnehmung auf die der anderen schließen und ihre Sicht verabsolutieren. Somit können sie niemals wissen, oder vielmehr sehen, wie die Dinge wären, ohne dass sie auf sie sehen, ohne dass sie sie betrachten.

Wem das jetzt zu hoch ist, oder wer beharrlich uneinsichtig ist, der sei daran erinnert, dass es für die Beobachtung nicht nur einen Gegenstand oder Sachverhalt der Beobachtung braucht, sondern eben und allem voran einen Beobachter, der dann seine Beobachtung, Wahrnehmung auf welchem Wege auch immer mit anderen teilt.

Warum sage ich nun: ‚Vor allem braucht es denn Beobachter noch vor dem Beobachteten?‘ Dies hat den simplen Grund: Ob das Beobachtete nun etwas ist oder nicht, also etwas ist, das physisch existiert oder nicht, und was auch immer es ist, mag für lange Zeit oder schier für immer unentscheidbar bleiben. Doch dass es den Beobachter dessen, was auch immer er beobachtet oder nicht beobachtet, geben muss, damit er was auch immer beobachten kann, kann in Anlehnung an Descartes und alle, die in diesem Sinne forschen und forschten als bewiesen angesehen werden.

Kurzum: Für jede Beobachtung welcher Güte auch immer muss es einen Beobachter geben, unabhängig davon, ob es den Gegenstand der Beobachtung nun wirklich gibt oder nicht. Der Beobachter ist in jedem Fall Voraussetzung für seine wie auch immer geartete Beobachtung von was auch immer. Deshalb ist der beobachtende Beobachter viel wichtiger und interessanter als der von ihm beobachtete Gegenstand und damit auch wichtiger als die letztlich belanglose, weil willkürliche und nicht zweifelsfrei unüberprüfbare Beschaffenheit des wiederum nach gewissen Gesichtspunkten, die dem Beobachter wichtig waren, als zu beobachten ausgewählten relevanten Gegenstands, was wiederum von Beobachter zu Beobachter verschieden und damit willkürlich ist, weil vom jeweiligen Beobachter und seiner Beschaffenheit abhängig.

Wem das nun alles noch immer zu hoch ist, und wer daher nur das glaubt, und nur an das glaubt, was er sieht, sowie nur an naturwissenschaftliche Fakten, der sei in all seiner geistigen Bescheidenheit daran erinnert, dass er während er dies nun liest, diejenigen, die er so hochhält, in den wissenschaftlichen Olymp hebt, weil sie ihm, der gerne an Autoritäten und Obrigkeiten glaubt, die Welt erklären, nicht sieht. Zudem hat er in diesem Moment oder vielleicht hatte er sogar überhaupt noch nie ihre Schriften vor seinen Augen, und dennoch glaubt er, dass sie existieren.

Wer da jetzt aufgrund der Länge des Satzes nicht gedanklich mitgekommen ist, dem sage ich: Selbst seine naturwissenschaftlichen Autoritäten, die ihm nur ein Stück weit intellektuell voraus sind, haben schon vor langer Zeit herausgefunden, dass das, was ihm, dem untergebildeten Beobachter, so wichtig ist, nämlich das zu glauben, was er sieht und wie er es sieht, und zu glauben, dass nur das existiert, was er sieht, nicht stimmt, da er alles, was er sieht, – und das in Anbetracht dessen, wie wenig er doch sieht, und was er auch immer sieht, es stets bloß ein kleiner Ausschnitt dessen ist, was geschieht – so wie er glaubt es zu sehen, nicht sieht, sondern verkehrt sieht, also auf dem Kopf stehend sieht, und erst in Gedanken stürzt, also umdreht.

Auch dies ist rein naturwissenschaftlich hergeleitet bester Beweis dafür, dass nichts ist, wie es scheint, und das, was wir wahrnehmen, was wir glauben zu sehen, letztlich nur unsere Konstruktion ist…und hier sind wir ausgegangen von Descartes nun mitten im Konstruktivismus angelangt.

Dr. Dr. Immanuel Fruhmann

alias I.G. Fruhmann

Y 8:8; Y 7:14

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