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Der Offene Geist und seine Feinde…oder warum man in Klein-Klein niemals groß werden kann und warum Klein-Klein niemals groß werden darf

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29. September 2014 von Sydney Polart ©

In Kleinstädten ist alles klein-klein, es ist alles eindimensional, eben ‚kleindimensional‘. Ihr  Organisationsgrad verlangt von ihren Bewohnern klein zu sein oder wenn man nicht schon von vornherein klein im Geiste ist, dann ist es doch geboten den Ball flach zu halten, nicht aufzuscheinen und alles so zu tun oder zu lassen wie alle anderen auch und das gefälligst im Gleichschritt, aber nur ja nicht mit zu großen Schritten. Schön klein. Klein aber fein eben. Es regiert die Herdenmentalität. Es herrscht darin das Diktat des Kollektivs. Das wiederum ist der Ausdruck einer Stammeskultur, einer Sippe. Blickt man nach Südeuropa wird diese wenig individualisierte und stark hierarchische streng homogene Unkultur auch Cosa Nostra genannt. Wer dazugehört genießt deren Schutz und alle Privilegien, wer nicht dazugehört wird bewirtschaftet, wer keinen Nutzen bringt vertrieben und wer sich nicht vertreiben läßt gar ausgelöscht.

Willst du also Großes leisten, hast du Großes vor, so musst du in die große Stadt. Dort ist der Rahmen groß genug, dass Großes den kleinen Rahmen nicht sprengt. Nur in der großen Stadt darf man wachsen. Denn wäre in der Kleinstadt Großes möglich, dann wäre sie selbst Großstadt geworden und niemals Kleinstadt geblieben. Doch anders als der aus topographischen, geopolitischen und handelsrelevanten Gründen groß gewordenen Großstadt war das der Kleinstadt nie beschieden. Doch auch in der Großstadt gibt es das Grätzl oder den Kiez, wo es nach den Regeln der eingesessenen  Stammeshäuptlingen geht, doch eben mit etwas größerer Dynamik der Veränderung und mehr Austausch als in den Kleinstädten. Doch zum Glück existiert in der Großstadt neben dem Klein-Klein auch das Groß-Groß in Form der kosmopolitischen Szene.

Und oft liegt der Umstand, dass die eine Stadt Großstadt und die andere Kleinstadt ist, nur daran, dass die Bewohner der späteren Großstadt Großes vorhatten und sich auf einen größeren Organisationsgrad einigen konnten und die Bewohner der Kleinstadt dagegen nicht und stattdessen bei ihrem altbekannten und bewährten Stammesbewusstsein mit  entsprechend niedrigem Organisationsgrad blieben.

Anders als die übliche Definition besagt, sehe ich den Übergang von der kleinen Stadt zur großen Stadt  aus qualitativen Gründen bei 1.5 Millionen Einwohnern gegeben, während es den Geographen und  wissenschaftlichen Berichterstattern schon genügt die Schwelle bei 100.000 Einwohnern einzuziehen und damit eine Kleinstadt zur Großstadt auszurufen. Man will ja auch den Kleinen große Bedeutung zuschreiben. Um über sie berichten zu können und fiskalpolitisch im Rahmen des Steuerausgleichs besser zu stellen werden sie daher kategorial überhöht und ihnen der  Großstadtcharakter verliehen, um die wenigen wirklichen Großstädte zahlenmäßig zu bereichen.

Um eine wirkliche Großstadt, mit allen damit einhergehenden individuellen Freiheiten und die für den Fortschritt so wichtigen geistigen Freiräume zu sein, und nicht nur eine aufgeblähte Kleinstadt voller Stammesmitglieder, genügt es für die Schaffung einer Großstadt durch die Häuptlinge auch nicht die kleinstädtische Provinzialität und geistige Enge der jeweiligen Stammeskultur durch überbemühte politisch motivierte Eingemeidungen des benachbarten ländlichen Umlandes zu kaschieren und damit dem eigenen Stamm gegenüber sowie dem Rest der Welt eine Pseudogroßstadt vorzugaukeln. Dieser Akt der Selbst- und zugleich Fremdtäuschung aus einer großen Stadt mittels zweifelhafter Eingemeindung aller armen Seelen der angrenzenden Umlandgemeinden eine Millionenstadt mit knappen Überhang zu machen ist, um ein bekanntes Beispiel zu nennen, in Absurdistan am Rhein gegeben, worin die eingemeindeten Unheilvollen in Geiselhaft gehalten werden und sofern sie männliche Geiseln sind sich einen der einfachen Stammeskultur entsprechenden langen Schnurbart wachsen lassen müssen, der auch nicht traurig nach unten hängen darf, wie es sich für Geißeln gehörte, sondern künstlich fröhlich nach oben gezwirbelt werden muss, um sie das traurige Schicksal ihrer Gefangenschaft vergessen zu lassen. Dieser hochgezwirbelte Schnurbart dient auch noch einem anderen Zweck: so können die Stammesmitglieder Arbsurdistans am Rhein sich gegenseitig leichter erkennen und zu dem sich leichter von eingereisten Fremdlingen abgrenzen. Ob sich deshalb gewaltbereite Vollbartträger anderer Stammeskulturen dort so heimisch fühlen, ist zu bedenken. Handelt es sich doch um ein Markenzeichen der Stadt Bart zu tragen: entweder als hochgezwirbelter Schnurrbart oder als vollbuschiger bis in die Herzregion reichender Vollbart.

Um nun einer  statistisch willkürlichen Sätzung und künstlich politischen Bedeutungsaufblähung vorzubeugen, zählt also auch als weiteres entlarvendes Kriterium für den qualitativen Anspruch einer Großstadt und einer Metropole neben der erwähnten 1.5 Millionen oder mehr Einwohnerzahl auch ein städtischer Verdichtungsgrad bzw. eine kulturelle Verdichtung, die durch tägliche geistige Auseinandersetzung mit und Reibung an vielen heterogenen Persönlichkeiten in inhomogen Gesellschaften hervorgeht, was wiederum die inherente genuine alteingesessene Stammenskultur transzendiert und die Stadt zu einer echten Großstadt mutieren lässt, die zwar aus vielen beitragenden Kräften unterschiedlicher Stammeskulturen im Dialog entstanden ist, diese aber integrativ überwindet und damit zu einer neuen Qualität der Freiheit von den Zwängen der jeweiligen Stammeskulturen führt. Nur dieser Geist kann der Geist, das Egregore,einer echten Großstadt sein.

Pierre Teilhard de Chardin nennt dies den Mutationspunkt in der Biologie, den Omega-Punkt, eben jener Schöpfungspunkt, an dem durch Verdichtung eine kritische Masse und letztlich etwas Neues entsteht.

Ich lege die Untergrenze der kulturellen Verdichtung die große Geister nicht nur existieren sondern auch leben und sich  entfalten lässt, bei einer  Bevölkerungsdichte von mindestens 3000 Einwohner / km2 an. Das heißt nicht, dass nicht ein großer Geist in der Einschicht oder einem kleinen Dorf geboren werden kann, doch wird er schon bald um seinem geistigen Qualitatsbedürfnis zu folgen der Bedrückung des Klein-Klein entrinnen wollen und sich in eine  Großstadt eben genannter Definition ins Exil flüchten, um sein Bewusstsein weiter entfalten bzw. seine Bewusstseinsentwicklung weiter vorantreiben zu können und nicht an den geistigen Beschränkungen und Behinderungen der kleinen Geister täglich verzweifeln zu müssen und und letztlich an sich selbst zu zweifeln.

Scheint es doch, dass es in Zentraleuropa den klein-kleinen Geistern in den klein-kleinen Städten materiell an nichts mangelt, bis auf eben einem  großen Geist. Aber auch die Abwesenheit des großen Geistes  erscheint jenen nicht als Mangel, da sie ihn für ihr klein-kleines Leben selbst nicht benötigen und wird er von ihnen doch einmal gesichtet und in einer Person identifiziert so wird er bedrohlich für die Aufrechterhaltung ihrer klein-kleinen Wirklichkeit  wahrgenommen und muss als solcher verhindert oder zumindest vertrieben werden.

Als Mittel der Wahl zur Unterdrückung gilt dabei in der ‚zivilisierten‘ Welt des Klein-Klein schon in Schule und Ausbildung und später am Arbeitsplatz das altbekannte und bewährte Mobbing (in früheren Zeiten gleichermaßen gegen Andersgesinnte angewandt nur unter anderem Namen), falls vorangegangene Ausgrenzung und Verhinderung sich als wirkungslos erwiesen haben.

Sind doch, um mit Karl Popper zu sprechen, die Unsummen von kleinen Geister die wahren Feinde der offenen Gesellschaft. Oder wie ich es nennen möchte: handelt doch alles wovon ich hier schreibe vom offenen Geist und seinen Feinden.

Den politischen Entscheidungsträgern ins  Stammbuch geschrieben: Wächst doch der kulturelle Geist der Bewohner im Egregore einer Stadt hin zur Großstadt nicht so schnell wie das Geltungsbedürfnis der Bürgermeister und Stadträte. 

Metropolen sind darüber hinaus Großstädte mit internationaler Bedeutung und großer Frequenz an internationalen Reisenden und Bewohnern, die für eine ausreichend große Dynamik an kultureller und wirtschaftlicher  Durchmischung sorgen und damit auch über die eigenen Landesgrenzen hinaus wirken.

Dr. Dr. Immanuel Fruhmann

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